Gut, ich gebe zu, die Überschrift ist ein wenig überzeichnet. Allerdings nur ein wenig. Denn tatsächlich hat Facebook seine Algorithmen umgestellt. Inhalte mit vielen Interaktionen werden priorisiert, Inhalte mit wenig Interaktionen werden unter „ferner liefen“ eingereiht. Will man trotz langweiliger Inhalte vorne mitspielen, muss man zahlen. Ist doch eigentlich so weit ganz logisch, oder? Wer will auf Facebook schon uninteressante Inhalte lesen? Und wenn es sich um Werbung handelt, dann noch viel weniger. Und Facebook selber? Die wollen Geld verdienen, na sowas!

Was aber vielen Einzelpersonen und auch etlichen kleineren Unternehmen ganz logisch erscheint, ist für viele große Unternehmen völlig unbegreiflich. Hier wird in einem Artikel des Horizont seitens Pilot von „unsozial“ gesprochen, oder Nestlés Medienchefin fühlt sich gar „nicht mehr digital zuhause“ auf Facebook.

Aber bringen wir die Sache doch mal auf den Punkt: Ja, Facebook hat seine Algorithmen geändert. Um Geld zu verdienen und um seine User zu halten. Geld verdienen wollen wir alle, von Usern die uns Werbetreibende lesen profitieren wir ebenfalls alle. Statt zu jammern wird es also höchste Zeit uns hin zu setzen und uns zu überlegen, wie können wir unsere Inhalte für den Endkunden besser/informativer/interessanter gestalten.

Denn Gewinnspiele sind nett, aber die Aufmerksamkeit gehört uns meist nur so lange, so lange der Gewinner nicht fest steht. Unter Kundenservice Standardantworten zu verstehen, war schon immer kontraproduktiv und dies wird jetzt nur noch mehr deutlich. Nach jahrelanger Erfahrung mit dem Netz oft noch immer nicht zu wissen, wie man mit Kritik umgehen sollen oder sich völlig hilflos, beleidigt und vor allem schweigend zurück ziehen und womöglich noch Kommentare zu löschen, wenn aus der Kritik ein „Shitstorm“ wird, ist eigentlich völlig unglaublich.

Statt zu klagen, sollte man die veränderten Gegebenheiten als das begreifen was sie sind: Eine passende Gelegenheit seine Onlinestrategie neu zu überdenken. Sich neu klar zu werden wer sind meine Kunden? Was wollen diese Leute und vor allem: Was wollen sie nicht? Wie kann ich darauf eingehen, was kann ich ihnen bieten und welche Dinge sollte ich auch vielleicht getrost mal ignorieren oder meine Taktik ändern.

Und nicht zuletzt ist es auch eine gute Gelegenheit sich klar zu werden, dass Facebook nicht die einzige Seite, nicht das einzige soziale Netzwerk ist, auf dem die Musik spielt. Je mehr man verschiedene Seiten, Netzwerke, Onlinemöglichkeiten miteinander verspinnen kann, um so effektiver wird jede Kampagne laufen. Je mehr man alte Wege verlässt, mal was neues probiert, sich was traut, im schlimmsten Fall auch mal einen Flop in Kauf nimmt, um so mehr wird man bemerkt.

Onlinepräsenz ist mit der eigenen Homepage und einem Facebookaccount nicht beendet, da fängt es erst an.

Lasst uns Social Network tun, nicht nur drüber reden 🙂