Eigentlich ist das Wort „Fan“ von dem Wort „fanatisch“ abgeleitet. Wobei natürlich nicht jeder Fan auch ein Fanatiker ist. Ein Fan ist jemand, der für etwas eine gewisse Vorliebe oder gar eine Begeisterung entwickelt hat, woran er jedoch nicht unmittelbar teilhaben kann. So kann der normale Opernliebhaber weder auf der Bühne mitträllern, noch kann der durchschnittliche Fußballfan direkt mit seiner Lieblingsmannschaft mitspielen. Und ein Fan fiebert mit. Während sich andere ein Fußballspiel interessiert anschauen mögen und sich vielleicht sogar freuen, wenn eine Mannschaft gewinnt, so feuert der Fan an, kommentiert das Spiel laut oder in Gedanken, beschimpft den Schiedsrichter, jubelt und springt vielleicht sogar auf, wenn ein Tor fällt. Dazu investiert ein Fan oft Geld, manchmal viel Geld, in seine Leidenschaft.

Fußball ist vor allem deshalb so interessant, weil man vorher nicht weiß wie es laufen wird und vor allem, wie es ausgeht. Es kann so viel passieren, unerwartete Tore, Elfmeterschießen, Verletzungen und vor allem: Siegen oder Verlieren. Ein Spiel bei dem man im vorhinein weiß wie es ausgehen wird, ist kaum noch interessant. Zudem ist es die ganze Zeit spannend. Jedes Tor kann das letzte sein, kann das entscheidende sein. Jede verpasste Torchance kann genau so entscheidend sein.

Dazu kommt das Gemeinschaftsgefühl. Alleine Fußball schauen ist nicht halb so interessant, als gemeinsam mit anderen. Wo man gemeinsam mitfiebern kann, sich in die Arme fallen kann bei einem Sieg, jubeln bei jedem Tor, lästern über den verlierenden Gegner und dessen Anhänger, oder auch gemeinsam leiden. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit wird erreicht, wenn man sich gemeinsam freut oder ärgert. Zudem gibt Fußball endlose Gesprächsthemen, auch mit Wildfremden.

Und woher kommt nun bei manchen das Aggressionspotential? Aggression ist eine treibende Kraft um sich zu motivieren, zu rivalisieren, noch mehr und auch das aller letzte zu geben, sich durchzusetzen und zu siegen oder ehrenvoll zu verlieren. Also eigentlich etwas positives, in diesem Zusammenhang.
Das Problem dabei? Der Zuschauer erlebt das alles passiv, er muss seinen Körper nicht anstrengen. Er lässt anstrengen, er sieht nur zu. Das ist für die meisten Menschen kein Problem, die bauen diese Spannung einfach auf verschiedenste Arten ab.

Aber manche Menschen wissen nach dem Spiel nicht wohin mit der aufgebauten Aggression.  Dafür gibt es viele Gründe, die zu erläutern hier zu weit führen würde. Und so kommt es zu Gewaltausschreitungen. Für diese Form der Aggression ist es charakteristisch, dass sich die aufgestaute Energie nicht nur auf einen bestimmten Rivalen richtet, sondern sich im wahllosen Zerstören und Herumschlagen äußert.

Hier finden sich übrigens weitere 10 statistische Fakten über die Psychologie des Fußballs. Wussten Sie z.b., dass große Spieler oft benachteiligt werden? Dass es den Heimvorteil tatsächlich gibt? Oder dass Fouls eher am Anfang eines Spieles ungeahndet bleiben? Nein? Dann lesen Sie hier in der Alltagsforschung 😉

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