Eine bedeutende Frau in der Weltgeschichte. Sogar Google hat heute extra ein Doodle ihr zu Ehren geschaltet.

Maria Gaetana Agnesi war das älteste von 21 Kindern aus einer wohlhabenden Familie. Ihr Vater – ein erfolgreicher Kaufmann – förderte ihr mathematisches Talent bereits in jungen Jahren und verhalf ihr zu einer guten Ausbildung. Denn in Italien waren zur damaligen Zeit gebildete Frauen hoch geachtet.

Nicht umsonst galt sie als Wunderkind. Mit 9 Jahren sprach sie italienisch, französisch, lateinisch, griechisch und hebräisch, und verfasste eine einstündige lateinische Rede über das Recht der Frauen auf Bildung. Mit 11 Jahren sprach sie zwei weitere Sprachen.

Mit 21 Jahren wollte sie ins Kloster gehen, was ihr Vater verhinderte. Was für ein Glück für die Wissenschaft. Denn so beschäftigte sie sich weiterhin mit den Zahlen und Theorien der Mathematik und veröffentlichte im Alter von 30 Jahren ihr erstes Werk “Instituzioni analitiche”, welches sich mit Differential -und Integralrechnung befasst und den Grundstein der heutigen Analysis darstellt. Dazu die „Versiera der Agnesi“, eine algebraische Kurve.

Dieses Buch – welches der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, welche die Schulpflicht für alle eingeführt hat, gewidmet war – war eines der ersten und umfassendsten Werke auf dem Gebiet der endlichen und Infinitesimalrechnung. Es umfasste unter anderem die Analyse endlicher Größen, Algebra, Geometrie, sowie Differential- und Integralrechnung.

Bis heute genießt dieses Buch ein hohes Ansehen, weil es die Werke verschiedener Mathematiker systematisch zusammen führte. Zudem fügte sie jedem Kapitel eine eigene Interpretation hinzu. Dieses Buch wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und oft als Lehrbuch verwendet.

Durch die Geschenke von Maria Theresia, durch ihre hohe Anerkennung mit dem Buch und durch ihre Berufung von Papst Benedikt XIV zur Professorin an der Universität Bologna, gelangte Maria Gaetana Agnesi zu nicht unbeträchtlichem Vermögen. Und doch war es offensichtlich ihr Vater, welcher die Triebfeder für Marias Forschungen war. Denn als ihr Vater starb, widmete sich Maria Gaetana Agnesi vermehrt karitativen Aufgaben und ihrem Glauben. Schließlich gab sie die Mathematik ganz auf, studierte katholische Theologie und nutzte Bekanntheitsgrad und Vermögen um anderen Menschen zu helfen. Sie richtete 1771 ein Altersheim für Frauen ein, welches zu ihrem Tod 450 Bewohnerinnen beherbergte.

So gilt Maria Gaetana Agnesi nicht nur als Mathematikerin, sondern auch als Philantropin. Geheiratet und Kinder bekommen hat sie nie.

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