„Mehr Schein als Sein“ ist eine altbekannte Redensart, die im Laufe der Zeit immer die selbe Bedeutung hatte, dessen gesellschaftliche Bewertung sich von früher zu heute jedoch ganz deutlich verändert hat. Während man früher sofort einen Blender vor Augen hatte, jemanden dem man nicht trauen kann, einen Hochstapler, wird heute der Schein als etwas völlig normales, selbstverständliches – ja oft sogar bewundernswertes gesehen.

Heute ist es völlig normal, dass Führungskräfte und Politiker oft mehr Zeit und Geld in ihre rhetorischen Fähigkeiten investieren, als in ihre Fachkompetenz. Obwohl die Werbung gerne übertriebene bis geradezu absurde Aussagen bringt, lassen wir uns verführen. Für schmeichelnde Worte verzeihen wir viele Fehler. Wenn jemand „gut reden kann“ bewundern wir dies heute als das, was es eigentlich ja auch tatsächlich ist: Eine Fertigkeit.

Ist es nicht erstaunlich, dass etwas was immer gleich geblieben ist, dennoch heute und damals so unterschiedlich wahr genommen wird? Ein schönes und dabei amüsantes Beispiel ist dieses Video eines jungen Mädchens, welches gekonnt so tut, als würde sie fließend mehrere Sprachen sprechen  – inklusive der landestypischen Körpersprache.

Bloß: Sie beherrscht die Sprachen eigentlich gar nicht. Macht aber nichts, klingt einfach gut 😉