Österreichisch – damit ist in Deutschland meistens Wienerisch gemeint – hört man hierzulande richtig gerne. Für deutsche Ohren klingt Österreichisch irgendwie süß, weich und angenehm. „Sogar wenn sie schimpfen, klingts irgendwie nett“, sagt man den Österreichern nach.

Und die Österreicher? Die mögen ihre Sprache. So sehr, dass vielen von ihnen gar nicht bewusst wird, dass ihre Muttersprache Deutsch ist. Sie reden halt so, „wie ihnen der Schnabel (die Pappn) gewachsen ist“. Und vor allem: Sie reden Österreichisch. Immer. Überall. „Wird scho passn„, man wird sie schon verstehen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht.

Tatsächlich ist Österreichisch eine sehr bildhafte Sprache. Man kann sich nicht immer erklären wie man auf so einen Vergleich kommt, aber das Bild selber versteht man sofort. So wie bei „Besser wia a Stan am Schädl“ (etwas ist besser als ein Stein am Kopf). Wieso ausgerechnet ein Stein am Kopf? „Ist das nicht egal?“ denkt der Österreicher, „besser ist es jedenfalls allemal“. Genau – passt scho.

Brennt jemand wie a Lusta (wie ein Luster), dann hat er eine Menge zu zahlen. Ist etwas a g’mahte Wiesn (eine gemähte Wiese), so hat man ein leichtes Spiel. Wer am Zahnfleisch daher kräult, ist fix und fertig und reißt jemand an Dodl owa, so spielt er den Kasper. Wer ned auf da Nudlsuppn daher g’schwumman is (auf der Nudelsuppe angeschwommen), ist nicht von gestern.

Manchmal gibt es die bildhaften Vergleiche sogar in einer Art Fortsetzung. So beidlst am Watschnbam (schüttelst du am Watschenbaum), wenn du dir gleich eine fängst und a Packl Hausdetschn san glei brockt (eine Packung Ohrfeigen sind gleich gepflückt). Den drohenden Unterton darf man sich lebhaft dabei vorstellen.

Dabei gehört das noch zu den harmloseren Vergleichen, es kann nämlich ganz schön deftig werden in Österreich, was Vergleiche betrifft. So wird der Mundgeruch zur „Leich in da Pappn“ (Leiche im Mund) und starker Husten eines Rauchers ist der „Friedhofsjodler„.

Doch damit wars das noch nicht. Auch in der Fäkalsprache sind die Österreicher zu Hause. Allerdings mit so einer ungeheuren Selbstverständlichkeit, dass das nicht unangenehm wirkt. Es fällt noch nicht mal besonders auf. Und doch, ist diese Art von Sprache tief im Österreichischen verwurzelt.

Wenn jemand Unsinn redet, wird das zum „Schas mit Quastln“ (Blähung/Furz mit Quasten). Man hat sich auch einen Schas eingetreten, wenn man Ärger am Hals hat. Ist jemand im Oasch daham (im Arsch zu Hause), hat er ein ziemliches Problem und fährt man jemandem „mim Oasch ins Gsicht“ (mit dem Arsch ins Gesicht), dann fliegt man ihn ziemlich an. Wer scheissdrauf ist, hat zu nichts Lust und hat man bei jemandem ausg’schissn, hat man verspielt bei demjenigen. Ging dann noch etwas ums Oaschleckn daneben, so wurde das Ziel ganz knapp verfehlt.

Generell ist der Charme der Österreicher zweifelsfrei vorhanden, aber in der Sprache nicht immer wieder zu finden. Denn eine Person die einen Oasch wie a Postross hat, darf sich wenig geschmeichelt fühlen. Große Menschen sind gleich mal a laungs Ölend (ein langes Elend) und der Blitzgneisser ist jemand, der nicht so richtig flott mitdenkt.

Aber manchmal hat auch gerade diese Repektlosigkeit seinen witzigen Charme. Soll der Kellner in Österreich eine Blaulichtmelange servieren, so ist das eine ganz normale Melange (Kaffeezubereitungsart), allerdings flott serviert. Und die Statue des heiligen Georg am Wiener Rathaus, wird mundartlich liebevoll da Schurl mit da Blechhaubn genannt.

Also ehrlich, was gäbe es daran nicht zu mögen? 😉